
Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Der Satz ist so oft zitiert worden, dass man ihn kaum noch hört. Für uns ist er trotzdem der Kern unserer Arbeit – weil er etwas beschreibt, das in der Kinder- und Jugendhilfe leicht verloren geht: Ein Kind wächst nicht durch eine Maßnahme auf, sondern in einem Umfeld. Und wenn dieses Umfeld Hilfe braucht, dann braucht es beide Seiten. Die Expertise und die Möglichkeiten der Professionellen. Und die lebensnahe Unterstützung aus dem sozialen Umfeld. Wir glauben an die Stärken beider Systeme, und wir glauben, dass sie auf Augenhöhe zusammengehören.
Aus dieser Überzeugung leitet sich alles ab, was uns als Einrichtung ausmacht – und was wir auf unserer Vision-Seite ausführlicher darstellen.
1. Wer wir sind
levelUP ist eine private Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung – und, das ist uns wichtiger als jede Rechtsform, eine Wertegemeinschaft. Wir sind ein interdisziplinäres Team aus Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Psychologinnen und Psychologen, die nicht nur unter demselben Namen arbeiten, sondern dieselbe Philosophie und Grundhaltung teilen.
Das ist keine Floskel, sondern eine Auswahlentscheidung. Unsere oberste Priorität liegt auf qualitativ hochwertiger Arbeit und einem zeitgemäßen Eltern-, Paar-, Erziehungs- und Familienkonzept. Wer diesen Qualitätsanspruch nicht mitgehen möchte oder unsere Werte nicht mittragen kann, ist bei uns schlicht nicht richtig aufgehoben. Wir sagen das offen, weil Haltung nur dann verlässlich ist, wenn sie nicht bei jeder Personalveränderung neu verhandelt wird. Zuweisende Fachkräfte sollen sich darauf verlassen können, dass unsere Grundhaltung, unsere Werte und unsere Arbeitsweise beständig bleiben – auch dann, wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter irgendwann beruflich in andere Richtungen entwickeln.
2. Unsere Werte
Partizipation, echtes Empowerment und Ressourcenaktivierung sind unsere Leitprinzipien. Das Wort „echt“ steht dort mit Absicht, denn Empowerment lässt sich leicht behaupten und schwer einlösen.
Wir glauben an die Stärken und Kompetenzen der Familien, bei denen wir zu Gast sind und die wir ein Stück ihres Weges begleiten dürfen. Diese Formulierung beschreibt unsere Rolle genauer als jede Leistungsbeschreibung: Wir sind Gäste. Nicht Prüfende, nicht Verwaltende, sondern Menschen, die eingeladen wurden oder um Einlass gebeten haben, und die sich entsprechend verhalten. Wir verstehen uns als Teil eines gemeinsamen Prozesses, in dem Wege entstehen, die auf einem soliden Fundament stehen: auf Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.
Denselben Blick richten wir nach außen. Unser Engagement in der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe beruht auf dem Glauben an die Stärken und Ressourcen jedes Einzelnen – und das gilt für Personen genauso wie für Organisationen.
3. Was wir mit Conferencing meinen
Unser fachlich wichtigstes Ziel ist es, die Wirkmechanismen des Conferencings stärker in den Hilfeprozess zu integrieren. Damit ist mehr gemeint als das Verfahren Familienrat, so zentral es für uns ist.
In der Grundhaltung des Conferencings wird das erweiterte Familiensystem als gleichwertige Unterstützung neben den professionellen Hilfen anerkannt. Gleichwertig heißt: nicht als Ergänzung, nicht als Notlösung, wenn nichts anderes verfügbar ist, sondern als eigene Kraft mit eigener Zuständigkeit. Wer so denkt, stellt andere Fragen. Nicht zuerst: Welche Maßnahme passt hier? Sondern: Wer gehört zu dieser Familie, und was könnten diese Menschen gemeinsam tragen?
Daraus entsteht, was wir echte Passgenauigkeit nennen, und sie entsteht nur durch vertrauensbasierte Partizipation. Alle Beteiligten, einschließlich der erweiterten Familie, übernehmen gemeinsam Verantwortung. Sie tragen gemeinsam auch Kontrollaufgaben – dieser Punkt wird oft überlesen, und er ist uns besonders wichtig, weil Kinderschutz nicht dadurch besser wird, dass ihn möglichst wenige Menschen verantworten. Und sie wirken aktiv an der Entwicklung und Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen und Krisenplänen mit. Ein Krisenplan, den ein Netzwerk mitgeschrieben hat, wird in der Krise auch gefunden.
Diese Haltung lässt sich nicht nur im Familienrat einsetzen, sondern bewusst in ganz unterschiedlichen Kontexten – in der Familienintensivbetreuung, in der ambulanten Betreuung, in der Besuchsbegleitung, im Beratungsgespräch.
4. Wie wir arbeiten
In unseren Betreuungs- und Beratungsansätzen findet sich keine rückwärtsgewandte und ganz sicher keine schwarze Pädagogik. Was sich stattdessen findet, ist eine Verbindung, die manche für einen Widerspruch halten und die für uns keiner ist: ein klares, konsequentes Miteinander und gleichzeitig eine warmherzige, liebevolle Beziehungsgestaltung. Kinder und Eltern brauchen beides. Verlässlichkeit ohne Wärme wird zur Verwaltung, Wärme ohne Klarheit hilft niemandem durch eine Krise.
Unser Ziel ist es, förderliche Entwicklungen zu unterstützen und Veränderungen anzustoßen – besonders im sensiblen Bereich des Kinderschutzes. Dort scheuen wir uns nicht, klare Positionen zu vertreten. Für das Wohl der Kinder setzen wir uns kompromisslos ein, und das schließt ein, unbequem zu sein, wenn es notwendig ist.
Dazu gehört ein fachlicher Anspruch an uns selbst, den wir hoch halten. Wir sind leidenschaftlich, wenn es um Kreativität in der Lösungssuche geht. Qualität und Professionalität sind für uns kein Bla-Bla, sondern das Herzstück unserer Mission, und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verkörpern das jeden Tag neu. Denn wir glauben, dass jedes Kind, jede und jeder Jugendliche und jede Familie ein Recht auf erstklassige Begleitung und Betreuung hat. Nicht auf ausreichende. Auf erstklassige.
5. Ein aufrichtiges Händeschütteln
Der Teil unserer Vision, über den wir am häufigsten angesprochen werden, betrifft nicht die Familien, sondern uns – die Anbieterinnen und Anbieter in diesem Feld.
Wir wünschen uns ein konstruktives Miteinander und Nebeneinander in der privaten Kinder- und Jugendhilfe, und wir versuchen es zu leben. Wir schätzen die positiven Aspekte unserer Mitbewerberinnen und Mitbewerber, und wir glauben an eine gelingende Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung beruht. An einer ungenießbaren Gerüchteküche beteiligen wir uns nicht. Ellbogen in der Kinder- und Jugendhilfe lehnen wir entschieden ab. Wir stehen für ein aufrichtiges Händeschütteln – und wir fordern es auch ein.
Das ist keine Höflichkeitsübung. Wo Anbieter gegeneinander arbeiten, verlieren am Ende Familien, weil Informationen nicht weitergegeben werden, weil Übergaben scheitern, weil niemand fragt, wer es besser könnte. Wir möchten, dass wir aufgrund unserer Fähigkeit angefragt werden, gute und effiziente Arbeit zu leisten – nicht aus Sympathie. Dass man sich auf kollegialer Ebene mag, ist schön und für die Zusammenarbeit auch wichtig. Aber die Entscheidungsgrundlage sollte Dienstleistungsqualität sein.
6. Ein Berufsbild, das mehr Anerkennung verdient
Ein zentrales Anliegen ist uns die Aufwertung des Berufsbildes der Familienintensivbetreuung und der ambulanten Betreuung in Kärnten.
Diese Berufe sind für die Gesellschaft von enormer Bedeutung. Sie bieten die Möglichkeit, durch intensive und verantwortungsvolle Begegnungen einen echten Unterschied im Leben eines Kindes zu machen – und sie werden von außen selten in dieser Größenordnung gesehen. Wir möchten dazu beitragen, dass die Wichtigkeit und die Erfüllung dieser Arbeit sichtbar werden. Mit Professionalität, hoher Dienstleistungsqualität und einer tiefen Menschenliebe leisten wir unseren kleinen Beitrag, damit diese Berufe die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen.
7. Wofür wir einstehen
Hohe Qualität, sehr viel Herz und Engagement in der psychosozialen Arbeit sind für uns keine Zielvorgabe, sondern eine Verpflichtung gegenüber den Kindern, die uns anvertraut sind, und gegenüber ihren Familien.
Wenn ein verantwortungsbewusstes Umfeld aus professionellen Helferinnen und Helfern und der Lebenswelt eines Kindes zusammenrückt, dann bekommt dieses Kind die bestmögliche Unterstützung – und wächst in einem Umfeld auf, das es stärkt, fördert und schützt. Darauf arbeiten wir hin. Gemeinsam mit allen, die dabei mitgehen, gestalten wir eine kinder- und jugendfreundliche Zukunft in Kärnten, in der alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten.
Weil uns ein echtes Miteinander am Herzen liegt.
Mehr über unsere Vision, unsere Mission und unsere Haltung erfahren Sie auf unserer Vision-Seite bei levelUP.